Melwin Melone & das Coronavirus

An einem wunderschönen Frühlingstag war Melwin Melone unterwegs zu Pauletta Papaya. Schon von Weitem hörte er lautes Husten und als er näherkam, sah er seine Freundin ganz traurig am Fenster stehen. Als Pauletta Melwin bemerkte, schrie sie laut: „Stopp, Melwin, du darfst nicht näherkommen! Mein Bruder ist krank. Er hat das Coronavirus und wir sind in Quarantäne! Lauf weg so schnell du kannst!“

Melwin erschrak. Seine Freundin hatte ihn noch nie zuvor so angeschrien. Was war bloß los mit ihr? Melwin konnte es nicht verstehen und rief zurück: „Quara…was? Ich will doch nur mit dir spielen! Los, komm!“ Pauletta aber schrie erneut: „Wir sind in Quarantäne! Das heißt, ich darf nicht mit dir spielen. Ich darf nicht einmal hinaus! Es ist verboten! Du musst weggehen! Melwin, geh jetzt, hörst du?“

Verwirrt und traurig ging Melwin zurück nach Hause. Er wischte sich gerade die Tränen von seinen Wangen, als die Katze vorbeikam. „Hallo Melwin“, fragte sie, „was hast du denn?“ Melwin antwortete: „Ich bin traurig. Meine Freundin Pauletta Papaya darf nicht mit mir spielen. Irgendjemand hat es ihr verboten.“

„Ja warum denn das?“, wollte die Katze wissen. „Weil ihr Bruder das Coronavirus hat!“, schluchzte Melwin. „Oh“, meinte die Katze, „das ist ja übel. Das haben momentan ganz viele und es werden immer mehr. Es ist eine schreckliche Pandemie.“ Melwin sah die Katze fragend an: „Was heißt Pandemie und was ist eigentlich dieses Coronavirus?“

Die Katze erklärte: „Wenn sich eine Krankheit auf der ganzen Welt ausbreitet, dann nennt man das Pandemie. Und das Coronavirus ist das, was die Leute krank macht.“ „Aber“, entgegnete Melwin, „Pauletta ist ja gar nicht krank! Ihr Bruder ist es! Warum darf sie nicht mit mir spielen?“

Die Katze erklärte es ihm: „Weil es sein könnte, dass deine Freundin das Coronavirus auch bereits in ihrem Körper hat und es gar nicht merkt! Es gelangt über den Mund, die Nase oder die Augen hinein und vermehrt sich dann. Wenn es sich eine Zeit lang vermehrt hat, dann kann sie es bereits an andere weitergeben. Erst wenn es sich noch ein paar Tage länger vermehrt hat, wird Pauletta krank.“

Melwin schaute nachdenklich, dann rief er plötzlich: „Ha, ich habe eine Idee! Ich nehme das Coronavirus einfach nicht, wenn es mir meine Freundin weitergeben will! Oder ich werfe es gleich wieder weg! Dann kann ich jetzt mit ihr spielen gehen!“ „So einfach ist das leider nicht, Melwin“, erwiderte die Katze, „Coronaviren sind klitzeklein, du kannst sie nicht sehen. Beim Husten oder Niesen werden sie ausgestoßen und können so direkt zu jemandem gelangen, der ganz nahe steht.“ „Wie nahe?“, fragte Melwin. „Hmm, ungefähr einen Meter“, antwortete die Katze.

Melwin überlegte. Plötzlich rief er erfreut: „Dann spielen wir einfach mit dem Ball! Wir stellen uns zwei Meter weit auseinander und werfen ihn uns zu! Dann können die Coronaviren nicht direkt zu mir gelangen!“ „Das ist grundsätzlich eine gute Idee“, sagte die Katze, „doch Pauletta könnte die Viren auch auf ihren Händen haben. Von ihren Händen gelangen sie auf den Ball, vom Ball auf deine Hände und wenn du dir dann ins Gesicht greifst, könnten sie über deinen Mund, deine Nase oder deine Augen in deinen Körper gelangen.“

„Dann darf ich mir also nicht ins Gesicht greifen?“, fragte Melwin. 

„Ja, so ist es“, nickte die Katze. „Das wird aber schwierig, weil meine Nase sehr oft juckt. Dann dürfte ich mich nicht kratzen? Das schaffe ich nicht. Lassen sich die Viren denn nicht abschütteln?“, wollte Melwin wissen. „Nein“, sagte die Katze, „aber abwaschen.“

„Ich kann mir doch nicht nach jedem Ballwechsel die Hände waschen. Das ist nicht lustig. So kann man nicht spielen. Schade.“ Melwin war enttäuscht.

Nach einer Weile meinte er: „Kann ich dir noch eine Frage stellen, liebe Katze? Was bekommt man eigentlich, wenn man vom Coronavirus krank wird?“ „Fieber und Husten“, erklärte die Katze. „Fieber und Husten?“, fragte Melwin, der erneut Hoffnung schöpfte, „das hatte ich ja schon einmal! Das Eichhörnchen hat mir vor einiger Zeit erklärt, wenn man etwas schon einmal hatte, dann hat der Körper ein Schutzschild gemacht und man kann es nicht mehr bekommen! Siehst du, jetzt klappt es vielleicht doch noch mit dem Spielen!“

„Ja, das stimmt auch“, sagte die Katze, „aber das Coronavirus ist ein ganz neues Virus. Dagegen hat noch niemand ein Schutzschild. Leider sind Fieber und Husten auch nicht alles! Wenn es einen ganz schlimm erwischt, dann hat man Schwierigkeiten zu atmen und muss ins Krankenhaus. Das kann sehr gefährlich werden!“

„Oh, wie furchtbar!“ Melwin war entsetzt. „Was können wir denn dann dagegen tun?“, wollte er von der Katze wissen. „Am besten ist: Zuhause bleiben, Treffen absagen, Feiern und Verabredungen zum Spielen verschieben, Abstand halten und regelmäßig die Hände waschen!“

Melwin hörte interessiert zu und fragte dann: „Telefonieren ist erlaubt, oder?“ „Ja, das ist erlaubt!“, lachte die Katze. „Fein“, freute sich Melwin, „dann gehe ich jetzt und rufe Pauletta Papaya an!“

Eine Geschichte von Karin Lehner
Illustration: Dr. Andrea Benedetter-Herramhof

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